Zahlst du ein, gehst du heim

Politik | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Im Fall Mensdorff geht es um weit mehr als um Korruption. Angloamerikanischer Ablasshandel unterminiert nun unsere Justiz

Analyse: Florian Klenk

Es war harte Kost, die den Richtern des Londoner Highbury Corner Magistrates Court vergangene Woche im Fall Alfons Mensdorff-Pouilly gereicht wurde. Der Wiener Waffenlobbyist, so packten die Ermittler des britischen Serious Fraud Office (SEO) laut Guardian aus, habe mehr als zehn Millionen Euro erhalten, mit denen er (noch?) nicht genannte österreichische, tschechische und ungarische Entscheidungsträger geschmiert haben soll. Das Geld sei etwa über Offshore-Firmen geflossen, die in der Schweiz gegründet worden waren, um Ermittler in die Irre zu führen. Offiziell habe Mensdorff das Geld für „Marktstudien“ verbucht, doch in Wahrheit sei er Teil eines globalen korrupten Netzwerks gewesen, das der britische Rüstungskonzern British Aerospace Systems ab dem Jahr 2002 in der ganzen Welt geknüpft hatte, um sein Gerät zu verkaufen.

Als die Korruptionsfahnder


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