Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Martin Gantner | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Was für das Ministerium ein Mann, ist für den Richter eine Frau

Versuchen Sie, einen eingeschriebenen Brief abzuholen, ein Flugzeug zu besteigen oder über die Grenze zu fahren, wenn die Leute nur glauben, was sie sehen, und Sie selbst keinen Pass haben, der auf Ihren Namen lautet“, sagt Michaela P. Das Problem: Für die Behörden heißt Michaela Michael, und laut Pass ist sie noch immer Mann und keine Frau. Seit 2006 ringt die Transsexuelle mit den Behörden, um ihren Namen ändern zu können und einen Pass zu bekommen, der auch auf ihr Äußeres schließen lässt. Drei Jahre und 38.000 Euro Anwalts- und Gerichtskosten später hat der Verwaltungsgerichtshof der 51-jährigen IT-Fachfrau bereits mit zwei Sprüchen Recht gegeben, doch das Innenministerium weigert sich weiter, eine Namensänderung ohne operative Geschlechtsumwandlung anzuerkennen. Jetzt wurde der Verwaltungsgerichtshof erneut mit dem Fall betraut. Im Ministerium wird man nun langsam über eine mögliche Änderung der Regelung diskutieren müssen.


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