Koks ist schlecht, doch Gnade kennt das Recht

Feuilleton | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Ein suchtkranker Sänger vor Gericht: Rainhard Fendrich trifft auf eine aufgeklärte und verständnisvolle Wiener Strafrichterin

Gerichtsreportage: Florian Klenk

Jo guten Morgen, Herr Fendrich!“, sagt die Richterin, nachdem sich der Angeklagte durch die Herde der Fotografen in den Saal 203 geschoben hatte. „Dadruckts eam net“, bittet ein Gerichtsdiener.

Die Richterin wollte dem Sänger diesen Auftritt ersparen. Anders als in anderen spektakulären Fällen wurde Fendrichs Verhandlungstermin der Presse nicht mitgeteilt. Doch dann kam es doch raus. Verfahren sind eben öffentlich. Das Volk soll sehen, wie Recht gesprochen wird. So erhielt die Öffentlichkeit ein Lehrstück in Sachen moderner Justiz.

Es ist nämlich längst nicht mehr so, dass es „keine Gnade“ für Drogentäter gäbe. Ganz im Gegenteil. Deshalb ist Fendrichs Prozess vom vergangenen Donnerstag auch so ein Ärgernis für das BZÖ, das versucht hat, Fendrichs Freispruch zu skandalisieren.

Fendrichs Anklage ist eine Folge


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