Der manierliche Oligarch

Feuilleton | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Zwischen Krieg und Kunst: Das Belvedere zeigt Prinz Eugen von Savoyen so, wie er sich selbst am liebsten sah

Porträt: Matthias Dusini, Carsten Fastner

Auf dem Weg von der serbischen Stadt Novi Sad in den Ort Karlowitz kommt der Reisende an der Wallfahrtskirche Mariä Schnee vorbei. Sie erinnert an jenen Tag im August 1716, an dem hier, bei Peterwardein, das kaiserliche Heer eine zahlenmäßig weit überlegene türkische Streitmacht besiegte. „Virginis et Eugenii victoria!“, ein Sieg der Jungfrau Maria und des Feldherrn Eugen von Savoyen, so lautet die alte Inschrift.

Bis heute kommen am Jahrestag nicht nur katholische und orthodoxe Gläubige hierher, um die „Königin des Friedens“ zu verehren, sondern auch Diplomaten im Gedenken an das historische Ereignis. So auch im letzten Sommer.

Nur der türkische Botschafter kam nicht. Serbische Behörden hatten den Bau eines eigenen, den osmanischen Gefallenen gewidmeten Denkmals untersagt. Der österreichische Botschafter wiederum befürwortete


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