„Man hört nie, dass Eugen auch ein Massenmörder war“

Feuilleton | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Oswald Oberhuber, Jahrgang 1931, ist einer der maßgeblichen österreichischen Künstler. Neben seiner Tätigkeit als Bildhauer, Maler und Grafiker leitete er die Galerie nächst St. Stephan und war Rektor der Angewandten. Letztes Jahr machte er im Belvedere die Ausstellung „Die Leidenschaften des Prinzen Eugen“.

Falter: „Prinz Eugen, der edle Ritter …“ – Haben Sie das in der Schule gelernt?

Oswald Oberhuber: Natürlich. Während des Kriegs in Innsbruck sowieso.

Prinz Eugen galt damals als richtig groß, oder?

Oberhuber: Zu seiner Zeit hat sich Österreich wieder ausgebreitet, nachdem es viele Territorien verloren hatte. Es begann die zweite Welle der Expansionspolitik, wobei sich die Ungarn und Serben immer dagegen gewehrt haben. Man kann nicht sagen, dass die türkische Verwaltung schlechter war als die österreichische. Im Vordergrund stand der religiöse Aspekt. Nach der Rückeroberung Spaniens, wollte man auch in Mitteleuropa keine andere Religion zulassen.

Sind da zwei Gottesstaaten,


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