Goldener Turm zu Babel

Feuilleton | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Fritz Langs legendärer Film „Metropolis“ wird in der vollständigsten Fassung seit 1927 präsentiert – auch im Fernsehen

Vorschau: Joachim Schätz

Zweieinhalb Stunden dauert die Aufführung. Genau um eine Stunde zu lang“, hieß es kühl in der Roten Fahne, nachdem das Science-Fiction-Epos „Metropolis“ am 10. Jänner 1927 in Berlin seine Weltpremiere erlebt hatte. Diesen Vorschlag aus dem Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands hat die Filmgeschichte aufgegriffen: Bald nach der Premiere wurde Fritz Langs (Regie) und Thea von Harbous (Drehbuch) Zukunftsvision einer vertikal in Klassen geschichteten Stadt für den deutschen und amerikanischen Markt jeweils um ein knappes Viertel gestutzt.

In den 60er-Jahren zirkulierten vom teuersten Prestigeprojekt des Weimarer Kinos nur mehr Torsoversionen, die (bei einer Vorführgeschwindigkeit von 24 Bildern pro Sekunde) um die eineinhalb Stunden dauerten. Das Stöbern nach verschollenen Szenen und Einstellungen und die Puzzlearbeit


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