Das Mädchen und der General

Feuilleton | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Im goldenen Zeitalter des mexikanischen Kinos gingen Romantik und Realismus Hand in Hand

Grundkurs: Gerhard Midding

An den Fotos, die Luis Buñuel bei der Schauplatzsuche in Mexiko aufgenommen hat, verblüfft, wie präsent das Antlitz der fertigen Filme bereits in den fotografischen Notizen des Regisseurs ist. Vor zwei Jahren sind sie in einem Buch erschienen („México fotografiado por Luis Buñuel“), das zeigt, wie weit Buñuels Schaulust über ihre ursprüngliche Funktion hinausging. Er ließ sich unmittelbar vom Vorgefundenen inspirieren. Die Recherchen für „Los Olvidados“ („Die Vergessenen“) etwa nehmen bereits die Bildsprache einer anteilnehmenden, schonungslosen Milieustudie vorweg. Die realen Schauplätze beeindruckten den Regisseur in einem Maße, das der Nachbesserung und Verwandlung nicht mehr bedurfte: Er konnte darauf vertrauen, dass sein filmischer Blick enthüllen würde, was in der Wirklichkeit nicht greifbar ist.

Exilanten wie dem aus Spanien stammenden Buñuel


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