Echte Kerle und echter Champagner

Feuilleton | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Die Performances des deutschen Theater-Duos Gintersdorfer/Klaßen pfeifen auf Fiktion und Symbolismus

Feature: Christopher Wurmdobler

Seht euch diesen Hintern an“, ruft der junge Mann in funky Discoklamotten auf Französisch und zeigt auf das nicht minder funky verpackte Hinterteil seines Kollegen. Ein Dritter übersetzt im selben Gestus ins Deutsche. „Seht euch genau diesen Hintern an, der hat dieselben Maße wie der von Jesus Christus.“

Schon davor haben die drei auf der Bühne mit ähnlichen Übertreibungen Designerunterhosen und Zigarren („diese Zigarre hat der Papst gesegnet“) angepriesen. Ganz klar: Das Trio ist eine Gang; die drei Angeber behaupten, zu den Jet Sets aus der Pariser Vorstadt zu gehören. Und ihre Muskeln sind so echt wie der Champagner, den sie trinken.

Das ist aufregend, bizarr und lustig zugleich. Denn was die drei in dieser sehr maskulinen Performance unter dem Titel „Betrügen“ zeigen, ist auch voller Ironie. Es geht um Eitelkeit, Oberfläche, die richtige


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