Es ist kalt wie Sau, und alle Further haben einen Hau

Feuilleton | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

In dem Kriminalroman „Das Matratzenhaus“ setzt Paulus Hochgatterer seine Kleinstadtanalyse mit bekanntem Personal fort

Buchkritik: Sigrid Löffler

Wer die Bücher von Paulus Hochgatterer kennt, der weiß, dass Idyllen bei ihm immer täuschen. Und spätestens seit seinem Krimi „Die Süße des Lebens“ wissen wir, dass auch Furth am See eine falsche Idylle ist. Furth – das ist das trügerisch adrette, beschauliche Städtchen mit schöner Gebirgskulisse, Alpensee und honoriger Einwohnerschaft, in dem indes bei genauerem Hinschauen Gestörte und Kriminelle fast den Normalfall bilden.

Nichts, was in dieser netten, sauberen, dysfunktionalen, gewalttätigen Kleinstadthölle nicht vorkäme: prügelnde Väter, geisteskranke Mütter, erpresserische Drogendealer, drogensüchtige und selbstmörderische Jugendliche, missbrauchte Kinder, Opfer, die nach Rache dürsten und heimlich an Mordszenarios werken, Kinderschänder, die sich zu Pädophilenzirkeln zusammenschließen und in Hinterzimmern Snuff-Videos


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige