Nüchtern betrachtet

Die Schuljause ist der Tod des Familienfriedens

Feuilleton | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Das gemeinsame Frühstück ist so etwas wie die Heilige Kuh des bürgerlichen Familienidylls, und die Schuljause ist das Goldene Kalb. Jahrelang hat meine Familie in brüllender Barbarei gelebt, aber weil wir es schließlich mit der Angst zu tun bekamen, irgendwer könnte davon Wind bekommen und uns die Fürsorge auf den Hals hetzen, sind wir dazu übergegangen, zumindest Aufwachgetränke aufzubrühen. Was die Schuljause anbelangt, ist mittlerweile aber ein veritabler Rosenkrieg ausgebrochen; ein erbitterter Grabenkampf, geführt ohne Rücksicht auf Kosten, Mühen und die Genfer Konventionen, ein erschütterndes Beispiel dafür, wie das Bemühen um kulinarische Höchstzivile Mindeststandards außer Kraft setzt.

Möglich, dass das Unheil von einem Artikel der New York Times ausgelöst wurde, auf den mich Kollege Bernold aufmerksam gemacht hat (der hat immer viel Zeit zum Zeitunglesen) und der davon


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