Prost!

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Malzbier

Stadtleben | aus FALTER 06/10 vom 10.02.2010

Das Malzbier heißt eigentlich Malztrunk, ist aber kein Root-Beer

Österreich ist nicht unbedingt bekannt als Nation für Liebhaber des alkoholfreien Malzbieres. In Unzeiten wurde hierzulande den Schwangeren das dunkle – jedoch alkoholhältige – Bier nahegelegt, weil es sehr nahrhaft sein soll. Aber an dieser Stelle soll nicht von Märchen, sondern vom richtigen Malzbier, eigentlich Malztrunk, gesprochen werden. Die gesetzliche Namensänderung wurde nämlich im Jahr 1960 im Zuge des Süßbierkrieges in Bayern bestimmt, weil nach dem Reinheitsgebot dem eigentlich alkoholischen Malzbier kein Zucker zugesetzt werden durfte. Kurz zum Brauvorgang, der sich vom herkömmlichen in einem wesentlichen Punkt unterscheidet: Die Hefe wird bei ungefähr null Grad Celsius zugefügt, wodurch keine kennzeichnungspflichtige alkoholische Gärung entsteht und somit die braune Flüssigkeit im Bierflaschenformat als Jugendgetränk verkauft werden kann. Zucker und Kohlensäure machen es zu einer eher süßlichen Erfrischung, was nicht jedermanns Geschmack ist!

In Österreich wird man des Löwenmalz gewahr, eine sehr süße Ausführung. Vita-Malz, eine vergleichsweise herbe Mischung, ist dagegen dringend zu empfehlen. Die Aldi-Eigenmarke Karlskrone Edelmalz gibt es leider nur in Deutschland. Dabei handelt es sich um einen günstigen, sehr gut abgestimmten Malztrunk, den man sich unbedingt mitnehmen sollte, wenn man im Auto noch Platz hat für eine Kiste. Schließlich liegt München näher als Innsbruck. Vom Wiener Wasserkopf aus gesehen. MS


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