Buch der Stunde: Ein Bestseller, der es verdient hat

Wolfgang Kralicek | Lexikon | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

Wenn man bei einem Perser zum Essen eingeladen ist, gehört es sich, 15 bis 30 Minuten zu spät zu kommen („Damit gibt man den Gastgebern Zeit, alles gewissenhaft vorzubereiten“). Wenn einem ein persischer Taxifahrer eine Gratisfahrt anbietet, dann ist das nicht ernst gemeint, sondern nur „Tarof“, die hohe Schule der persischen Höflichkeit. Wenn man einen Perser zum Lachen bringen will, dann schaut man sich mit ihm am besten ein Fußballmatch an, in dem der griechische Nationalspieler Kiriakos mitspielt. Auf Persisch bedeutet „Kir ja koss“ nämlich „Penis oder Möse“ – und Perser lieben Genitalwitze.

Im ersten Roman des Kabarettstars Michael Niavarani, Sohn eines Persers und einer Wienerin, kann man einiges über das persische Wesen erfahren. Und über eine „stinknormale persisch-österreichisch-deutsch-amerikanisch-britisch-iranische Emigrantenfamilie“, die aus traurigem Anlass in Wien zusammentrifft: Dariush, der Vater des Erzählers, ist überraschend gestorben.

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