Meinesgleichen

Obi-Wan Kenobi und ich

Falter & Meinung | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

Kürzlich, ehrlich gesagt schon vor ein paar Tagen, las ich in der Presse am Sonntag Folgendes: „Falter-Chefredakteur Armin Thurnher (…) der sympathische Obi-Wan Kenobi der Linken unterstellte den spät berufenen Gusenbauer-Verehrern Mangel an Redlichkeit …“

Lassen wir einmal Alfred Gusenbauer draußen, dessen 50. Geburtstag der Presse-Autor hier auf gfeanzte Weise beging, und wenden wir uns der überraschenden Charakteristik „Obi-Wan Kenobi der Linken“ zu. Obi-Wan Kenobi ist ein Yedi-Ritter und tritt uns in diversen Star-Wars-Episoden in verschiedener Gestalt entgegen, wie auch ich in den verschiedenen Phasen der Presse schon in mancherlei Gestalt aufgetreten bin. Obi-Wan Kenobi ist zweifellos ein Guter, der die Macht der Finsternis bekämpft und sich selbst am Ende in diesem Kampf aufopfert – er gibt sich dem Laserschwert Darth Vaders hin, entmaterialisiert sich und wird eins mit der Macht, was ihm ermöglicht, immer wieder als Erscheinung für seine Nachfolger aufzutreten. Gut, so weit kann ich dem Autor folgen. Aber Obi-Wan Kenobi der Linken? Welcher Linken? Welche Linke würde mich als ihren spirituell-martialischen Führer akzeptieren? Weder sehe ich eine, noch wäre ich einer.

Ich weiß schon, wie’s gemeint war. Sie wollten mir eine auflegen, aber liebevoll, einen Klaps geben, mit abgeschaltetem Laserschwert, sozusagen. Der Autor heißt Nowak, und er dachte, einen wie mich lässt er nicht verkommen.

Quelle:

Rainer Nowak: Ein Phantomschmerz namens Gusenbauer, Presse am Sonntag, 7.2.2010


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