Kommentar

Ein roter Politiker macht Politik – und erntet dafür Spott

Volksbefragung

Falter & Meinung | Florian Klenk | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

Es ist schon ein seltsames Ding mit der öffentlichen Meinung. Seit Wochen, ja Monaten reden Zeitungen und Meinungsforscher ein „Duell“ zwischen Heinz-Christian Strache und Michael Häupl herbei. Die Linke beklagt, dass die Roten endlich die gesellschaftlichen Realitäten erkennen und den Hetzern im Gemeindebau nicht das Feld überlassen sollen.

Und wenn das dann endlich geschieht, wenn rote Politiker in den Gemeindebau horchen, dann nennen die „Politikbeobachter“ das „Wahltaktik“. Häupl, so schreibt die Presse in ihrer fast schon amüsanten Anti-Rathaus-Kampagne, habe „schon mehr zu lachen gehabt“. Ist er etwa der schwarze Boss der Lehrergewerkschaft? Soeben haben 70 Prozent der Wiener den konservativen Bildungspolitikern eine Steilvorlage geliefert und eine Ganztagsschule eingefordert.

Die Volksbefragung des Roten Wien ist ein Musterbeispiel dafür, wie politische Analyse in den Politredaktionen nicht mehr funktioniert. Ja, Häupl hätte sich die suggestiven Fragen sparen


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