Als die Banker in die Dörfer kamen

Politik | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

In Niederösterreich drehten Bürgermeister und Landespolitiker am großen Spekulationsrad. Nun bekommen sie die Rechnung präsentiert

Bericht: Martin Gantner

Von der großen weiten Welt hat das kleine Warth in Niederösterreich erst einmal genug. „Gebrannte Kinder“, sagt Michaela Walla mit ernstem Ton, „scheuen bekanntlich das Feuer.“ Die 1500-Seelen-Gemeinde am Rande der Buckligen Welt versinkt dieser Tage im Schnee. Die letzten Gschnase sind gefeiert, der Alltag hat die Gemeinde wieder.

Walla, 44, sitzt hinter ihrem Schreibtisch. Seit zwei Jahren ist sie Bürgermeisterin des Orts, und sie will über die Gemeinderatswahlen im März hinaus erste Frau im Amt bleiben. Auch wenn die gelernte Krankenschwester ursprünglich nichts mit Politik zu tun haben wollte. Irgendwie, sagt sie, sei ihr dieses Amt eben passiert. Damals, vor zwei Jahren, lastete ein schweres Erbe auf den Schultern der Warther. Spekulationsverluste in der Höhe von mehreren hunderttausend Euro drohten die mit drei Millionen


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