Wer arm ist, der braucht kein klebriges Mitleid

Politik | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

Zwei Sozialexperten schreiben ein mutiges und sachkundiges Plädoyer für neue Wege im Kampf gegen die Armut – ohne naive Sozialromantik

Rezension: Julia Ortner

Was heißt arm sein? Ist das nicht relativ? Und sind die Leute nicht oft selber schuld? Das neue Buch „Es reicht! Für alle!“ versucht aufzuklären. Arm ist eben nicht nur der Obdachlose, der in einer Pappschachtel haust. Wenn man sich das Heizen im Winter nicht leisten kann, chronisch krank ist, abgetragene Kleidung nicht ersetzen kann, wenn Schulsachen für die Kinder gleich Ausnahmezustand bedeuten – dann ist man arm. Sobald zu einem geringen Einkommen (die Armutsschwelle liegt derzeit bei 912 Euro) schwierige Lebensbedingungen kommen, sitzt man in der Falle; wie derzeit 400.000 Österreicher, eine Million gilt als armutsgefährdet.

Dass mitten im gutsituierten Österreich Menschen täglich um ihre Existenz ringen müssen, wollen Martin Schenk und Michaela Moser nicht einfach hinnehmen. Mit „Es reicht! Für alle!“ appellieren


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