Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

Bonjour Tristesse. So könntest du jedem Touristen von der Elfenbeinküste den diesjährigen Opernball am einfachsten beschreiben. Selten ermüdete mich die Übertragung des Staatsballs dermaßen – und ich habe verdammt viele Übertragungen gesehen. Keine Promis, keine Tycoone, kein Glamour, es war ein Trauerspiel. Bedeutungslosigkeit hing wie eine bleierne Wolke über dem Event und seinem bemühten Moderatorenrudel. Wie soll man denn launige G’schichteln bringen, wenn es kaum was zu reden gibt? Das einzig Interessante inmitten der kollektiven Depression war die Dynamik zwischen den Hauptpräsentatoren. Ballfrischling Claudia Reiterer sah aus wie Kim Basinger in „L.A. Confidential“, ärgerte Faymann & Pröll mit frechen Fragen und stolperte ein bisschen über ihr ungeübtes Englisch. Ballkönig Alfons Haider spulte die Rolle des Unterhaltungsprofis herunter, den nichts aus der Fassung bringen kann – außer der Präsenz der Kollegin. Wer hätte geahnt, dass der Charmeur eine Dame so bös anschauen kann.


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