Treffen sich Marx und Graham Greene in Neubau

Feuilleton | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

Seit kurzem ermöglicht ein Offener Bücherschrank den bargeldlosen Buchverkehr ohne notwendigen Humankontakt

Reportage: Klaus Nüchtern

Der Wiener tendiert zur innerstädtischen Agoraphobie: Ist innerhalb des Gürtels irgendwo ein Fleckchen unzureichend definiert, stellt er dort schnell ein Rolling Board oder einen Trinkbrunnen, was Kunstiges oder eine Tafel mit dem Hinweis auf, dass das hier eine naturwüchsige Wiese, der Gestaltungsmangel also Absicht sei. Auch an der Ecke Westbahnstraße/Zieglergasse gab es bis vorletzte Woche ein paar Quadratmeter leeren Raum zu viel.

Jetzt befindet sich dort ein caligaresk gekippter Kasten, über dessen Zweck die Beschriftung an der Seitenfront unmissverständlich Auskunft gibt: „Sie können Bücher nehmen und/oder geben.“ Die einzige Schwierigkeit besteht im Öffnen der beiden Türen, durch die man Zugang zum Inhalt des von zwei Seiten zugänglichen Kastens findet, aber nach zwei, drei Nachdenksekunden ist auch das geschafft.

Bei der Einweihung dieser


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