Regisseur, allein auf dem Gedankenspielplatz

Feuilleton | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

Star-Drehbuchautor Charlie Kaufman hat sich mit „Synecdoche, New York“ übernommen – auf sehr sehenswerte Weise

Filmkritik: Joachim Schätz

Es ist Herbst in Schenectady, im Radio trägt eine gewisse Elke Putzkammer Lebensabendlyrik vor, und auch sonst lässt dem Theaterregisseur Caden Cotard (beherztes Schnaufen: Philip Seymour Hoffman) der Gedanke an die eigene Endlichkeit keine Ruhe: Beim Frühstück mit Tochter und Gattin laufen Virencartoons im Fernsehen, auf der Toilette wird Stuhl nach Erregern abgesucht, am Theater inszeniert der knapp über 40-Jährige Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“ extrafatalistisch: Den alten Willy Loman gibt ein bemühter Jungdarsteller, dem anzusehen sein soll, dass er von den unvermeidlichen Enttäuschungen des Lebens noch nichts weiß.

„Synecdoche, New York“, der zwei Jahre nach seiner Cannes-Premiere doch noch einen regulären Wiener Kinostart erlebt (Wermutstropfen: Digitalprojektion statt 35-mm-Originalformat), beginnt als heitere


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