Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Joseph Gepp | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

No-go-Area: die Keiler vom Schwedenplatz

Jetzt, wo uns die Wiener SPÖ mit ihrem neuen Hang zu direkter Demokratie nach nur 65 Jahren Republik endlich zu echten Staatsbürgern erzogen hat (danke an dieser Stelle), ist es an der Zeit, auch anderes anzusprechen, was uns stört. Zum Beispiel die Keiler vom Schwedenplatz. Ja, sie sind nur arme Studenten, und es geht ihnen um aussterbende Wale oder das Augenlicht afrikanischer Kinder. Aber: auf solche Weise? Mit Kontonummerneinzug, Auflauern, In-den-Weg-Stellen? Wie viele friedliche Städtchenbewohner verlieren durch sie ihre fragil aufrechterhaltene Contenance? Einen großen Bogen um sie zu machen hilft nichts, denn sie riechen die Angst, umschwirren einen dann umso eifriger. Fokussiert dreinzuschauen hilft auch nicht, denn irgendwann läuft man wie der verhärmteste Yuppie über den Schwedenplatz, in verkrampfte Gedanken über nicht existierende Aktiendepots versunken. Wiener, wollt ihr denn so enden? Wir fordern die erste Volksbefragung seit 2010: „Individuelle Eindrücke zeigen, dass die Keiler vom Schwedenplatz stören. Meinen Sie das auch?“


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