Basics

Grundkurs Kochen (65)

Stadtleben | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

Ist „Pasta Fredda“ mit am Start, sagt man nicht einfach Nudelsalat

Der Nudelsalat, eine Reminiszenz an die Kultur der WG-geschädigten Enddreißiger. Pasta Fredda sollte jedoch nach wie vor als ein Klassiker der netten Freundschaftsgeste für Geburtstage, House-Warming-Partys oder verspätete Faschingsfeten gelten. Wurde das als billige Resteküche bekannte Gericht anno dazumal noch mit Mayonnaise, Schinkenstreifen und Maiskörnern auf den viel zu weich gekochten Hörnchen oder Spiralen verunglimpft, kann die italienische Version diesen hierzulande rostig gewordenen Gourmetkarren wieder einigermaßen flottmachen. Man nehme dazu am besten Gomiti rigate oder Fusilli – die Menge ist so schwierig abzuschätzen wie der Spritverbrauch eines in die Jahre gekommenen Abarth Vignale.

Nudelwasser salzen, nicht ölen, ein ganz klein wenig vor al dente vom Herd nehmen, abseihen und kalt abschrecken. Jetzt einen kleinen Schuss Olivenöl daruntermengen. Auskühlen lassen. Wer seinen Kühlschrank nun von den alten Resten befreien mag, der soll es nicht wagen, sich an der frischen und zarten Pasta zu vergreifen: Der alte WG-Habitus droht durchzuschlagen! Oliven, Mozzarella, Pecorino, möglichst cremiger Feta, Paprika, Spargel, Sellerie, Artischocken, Tomaten und Pinienkerne heißen die neuen Zutaten. Aber bitte nicht alles auf einmal, hier ist Gestaltungswille gefragt. Weißweinessig, gutes Olivenöl, Fleur de Sel und etwas Chili, womöglich ein kleines, frisches Kräuterblättchen als Dekoration lassen den alten Schlitten wieder einigermaßen schnurren . ms


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