Steine im Schrein

Stadtleben | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

In Vancouver geht’s um Gold beim Curling. In Wien träumt man noch von Olympia

Reportage: Wolfgang Paterno

Der Präsident rechnet. Er versucht, aus vielen kleinen Zahlen eine große zu machen. „Es sind acht Herrenmannschaften und vier Damenteams am Start“, sagt Markus Forejtek. Er steht in Halle C der Stadthalle, durch Plexiglas von Menschen in Turnschuhen und Trainingsanzügen getrennt, die, elegant, öfters verunfallt, Steinscheiben über das Eis gleiten lassen.

Es ist Donnerstagabend, der Ottakringer Curlingclub absolviert eine Trainingseinheit, 20 bis 23 Uhr, eine Gruppe von 25 Enthusiasten. Stille in der Halle, dazwischen das Schlittern von Granitblöcken auf Gefrorenem, inbrünstiges Bürsten.

Ein Curlingteam besteht aus vier Spielern – zwei Mannschaftsführern, die das steinerne Sportgerät auf den Weg schicken, ihm dabei Drall verleihen, und zwei Wischern mit Besen. Mit den Bürsten wird die Fläche geschrubbt, auf der die 20-Kilo-Trümmer entlanggleiten. Das Eis wird erwärmt,


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