Gestell und Karussell, Kojen und Kutschen

Steiermark | aus FALTER 07/10 vom 17.02.2010

Zwei Ausstellungen zeigen, was von der futuristischen Maschinen- und Geschwindigkeitseuphorie übrig blieb

Kunstkritik: Ulrich Tragatschnig

1909 datiert das „Futuristische Manifest“. Was darin Filippo Tommaso Marinetti so an Maschinen-, Geschwindigkeits- und Kriegsverherrlichung von sich gab, ist längst von der Geschichte und der dann doch eher bescheidenen Ausbeute futuristischer Kunsterneuerung relativiert worden. Manche Ungleichungen, wie die berühmte zwischen Rennwagen und Nike von Samothrake, gehen halt auch bei bestem Willen nicht auf. Bald kann Maschinenglauben alt aussehen. Bald wirken zu viele Apparate freakig.

Wie bei Tatiana Trouvé, die im Kunsthaus nun ihre erste, und man darf sagen großzügig, angelegte Einzelausstellung in Österreich erlebt. Sie hatte Angst davor, ihre feinsinnigen Installationen in die egomane Architektur der Kunsthaus-Bubble stellen zu müssen, und bekam also deren mittleres und damit nur tiefgaragenmäßig anheimelndes Geschoß zugesprochen. Tatiana


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