Alle fünf Jahre wieder: Neuvermessung der Kunstszene

Lexikon | Manisha Jothady | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Die Reihe Lebt und arbeitet in Wien geht in die dritte Runde

Gegen nationale Labels, wie sie die Londoner Kunstszene einst mit der „Young British Art“ hervorgebracht hat, ist der heimische Kulturbetrieb nach wie vor immun. Individualistische Einzelkämpfer bevölkern Österreichs Kunstlandschaft. Das Typische wird man andernorts aufspüren müssen. Das wird auch die Ausstellung „Lebt und arbeitet in Wien III“ zeigen. Nach dem Auftakt im Jahr 2000 und einer zweiten Auflage 2005 hält das Motto nun zum dritten Mal Einzug in der Kunsthalle Wien.

Weit mehr als die 32 Auserwählten haben auch diesmal ihre Portfolios eingereicht, um Teil jener Schau zu sein, die dem aktuellen künstlerischen Klima jener Stadt nachspürt, die bis in die 80er-Jahre hinein alles andere war als ein Hotspot für aufstrebende Künstler.

Wie in den Vorjahren entschied auch heuer ein internationales Kuratorenteam, wer dabei sein darf. Den Untertitel „Stars in a Plastic Bag“ haben Xenia Kalpaktsoglou (Co-Direktorin der Athen-Biennale), Raphaela Platow (Direktorin des Contemporary Art Centers in Cincinnati) und Olga Sviblova (Direktorin des Multimedia Art Museums in Moskau) der Schau verpasst – als ironische Anspielung auf die künstlerische Beute, die sie auf ihren Streifzügen durch die Wiener Galerien und Künstlerateliers machten.

Die Malerei bildet einen Schwerpunkt dieser Ausstellung (Lisa Ruyter, Tillman Kaiser). Besonders beeindrucken dürften die raumgreifenden Installationen, mit denen einige Künstler die Ausstellungshalle erobern (Thomas Draschan, Stephen Mathewson). Für Experimentelles waren die Kuratorinnen ebenfalls offen. So wird die Ausstellungshalle sogar zur Produktionsstätte (Luisa Kasalicky, Katrin Plavcak) und zum Ort, an dem künstlerische Eigeninitiativen sichtbar gemacht werden, die zum institutionalisierten Inventar der Wiener Kunstszene gehören (Bernhard Cella, Oliver Hangl). Party im Anschluss an die Eröffnung.

Kunsthalle Wien, Do 20.00; bis 30.5.


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