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Kurz und schmerzvoll: Kofler im Nestroyhof

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Zeitzeuge „A“ (Erni Mangold) erinnert sich am Schreibtisch an den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust, will seinem zunächst unsichtbaren Gegenüber, dem jungen Phrasendrescher „B“ (Hanno Koffler), auf die Sprünge helfen. Doch der will von nichts je gehört haben. Mit „Tanzcafé Treblinka“ hat Werner Kofler (Jg. 1947) in seiner Auseinandersetzung mit der in Kärnten besonders sorgsam verdrängten Nazivergangenheit einen Höhepunkt erreicht. Gut, dass Kofler auch Sprachartist und Satiriker erster Güte ist. Anders wäre der Stoff kaum zu heben. Frederic Lion hat den Text sparsam inszeniert; die beiden Akteure tragen das Ihre dazu bei, dass sich im Betrachter heftige Empfindungen – bis zum Lachen – regen, nur keine „Betroffenheit“. 80 kurze und schmerzvolle Minuten.

Theater Nestroyhof Hamakom, Di, Mi, Do 20.00 (bis 6.3.)


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