Buch der Stunde: Margareten ist (fast schon) die Bronx

Lexikon | Emily Walton | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Als Margarete im dritten Jahrhundert nach Christi Geburt von einem Stadtpräfekten begehrt wird und diesen zurückweist, landet sie im Kerker und wird beinahe vom Präfekten gefressen, der sich mittlerweile in einen Drachen verwandelt hat. Das Kreuzzeichen bringt nur vorübergehend Rettung. Es folgen: Enthauptung und Heiligsprechung.

Als sie durch den fünften Bezirk nachhause wankt und des Schicksals der Grätzelpatronin Margarete gedenkt, ist die Kellnerin Katharina Kafka nicht auf dem Trip, sondern hängt bloß einer besoffenen Sechs-Uhr-morgens-Träumerei nach. Aber so schnell, wie man einen Wodka im Szenelokal Motto kippen kann, wird sie aus dem Traum herausgerissen. Es knallt. Flammen. Möbel fliegen aus dem Fenster. Die Gasexplosion fordert eine Tote. Der Mörder hat sein erstes Opfer, ein weiteres trifft’s im Filmcasino. Die dritte Leiche liegt im Park, mit einem Flaschenhals in der Vagina.

Wien hat einen Sexualtäter mit verlässlichen Vorlieben: Sein Typ ist jung, dunkel, osteuropäisch


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