Glosse

Das Volk braucht ein Recht auf Deolympisierung

Olympia

Falter & Meinung | Matthias G. Bernold | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Drei gute Gründe gibt es, Sport zu schauen. Erstens: Das Geschehen ist abwechslungsreich und lebensgefährlich. Zweitens: Es dient dem patriotischen Wohlgefühl und weckt im Beuschel eine – schwer erklärbare, etwas unheimliche – stolze Regung. Drittens, die Kategorie „Cricket“: Monotonie der Bewegung oder Komplexität des Regelwerks helfen bei der Tiefenentspannung. Während die neue olympische Disziplin Ski-Cross dank Andreas Matt in den beiden ersteren Kategorien punktet, zählen die meisten Wintersportarten zur letzteren. Skispringen, Langlaufen, Curling sind Einfallstraßen zur Meditation. Slalom und Riesenslalom fallen aus dem Schema: Zickezackig, hektisch, aber de facto risikofrei, sind sie als Sport ein Auslaufmodell. Wo kann man eigentlich anrufen, um eine Disziplin zu deolympisieren?


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