Stille in Eberau

Politik | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Sie stimmten dagegen. Sie lehnten sich auf. Porträt des widerständigen Dorfes

Reportage: Matthias G. Bernold

Das Eberau von Günther Krobath ist ein arkadischer Ort. Er fährt vorbei an den putzigen Bauernhäusern der Alteingesessenen, vorbei an den modernen Wohnwürfeln der Pendler und Jungfamilien. Die schmale Straße den Hügel hinauf. Wo die Eberauer ihre Äcker und Weingärten haben. Wo sie an lauen Sommerabenden in der Buschenschank beieinandersitzen und hinunterblicken ins Kleine Pinkatal.

Am Fuß des Hügels zweigt von der Weinstraße ein Feldweg ab. Krobath steigt aus dem Wagen. Auf einem Acker im Ortsteil Kulm steht er im knöchelhohen Schnee, um auf zwei Parzellen zu deuten. Hier sollte das dritte österreichische Asyl-Erstaufnahmezentrum mit einer Kapazität für 300 Menschen entstehen.

Der südburgenländische Ort Eberau ist Sinnbild für den jämmerlichen Zustand österreichischer Asylpolitik und für falsches Selbstverständnis von Machthabern auf Bundes- und auf lokaler Ebene.

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