Der Seelenfänger

Politik | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Vor 40 Jahren trat Bruno Kreisky an, das Land zu verändern. Was kann die SPÖ heute noch von ihm lernen?

Erinnerung: Werner A. Perger

Der alte Herr zürnte. War das noch seine Partei? Hatte er dafür gearbeitet, geworben, gekämpft? Die 13 Jahre sozialdemokratischer Alleinregierung – alles umsonst? „Ich war lange Zeit eigentlich der Meinung, dass wir uns in dieser Periode der Macht besser bewährt haben als die anderen.“ Nun zweifelte er daran. Bruno Kreisky, der wirkungsvollste Kanzler der beiden österreichischen Republiken, blickte auf seine Partei mit Enttäuschung und Groll.

Dieses Gespräch führten wir in Kreiskys letztem Lebensjahr. Der bekannte deutsche Fotograf Konrad R. Müller und ich, der österreichische Journalist in deutschen Diensten, arbeiteten mit ihm an einem Buch, das, so Kreiskys ursprüngliche Idee, eine Art Vermächtnis werden sollte. Dazu reichte dann die Zeit nicht, auch nicht die Energie, die ihm nach schweren gesundheitlichen Rückschlägen geblieben war.


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