Wenn junge Mädchen zu schwarzen Krähen werden

Politik | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Eine Holocaust-Forscherin zeichnet das Alltagsleben von Aufseherinnen im Konzentrationslager Majdanek in Polen nach

Rezension: Anna Sawerthal

Vor zwei Jahren starb die Wienerin Erna Wallisch. Sie wurde verdächtigt, als Aufseherin im Konzentrationslager Majdanek Kinder in die Gaskammer getrieben zu haben (Falter 6/08). Jahrzehntelang lebte sie unbehelligt in Kaisermühlen. Schon damals befasste sich Elissa Mailänder Koslov mit Frauen wie Wallisch. Nun schrieb sie eine Arbeit über diese KZ-Aufseherinnen, die die Häftlinge „schwarze Krähen“ nannten: Sie gingen in ihren schwarzen Umhängen langsam durch die Reihen, ihre Reitpeitsche hinter dem Rücken, und spähten mit zugekniffenen Augen nach der schwächsten Frau, um diese dann mit Schlägen zu traktieren.

Die Aufseherinnen von Majdanek waren zwar nie direkt in den Tötungsprozess eingebunden, aber sie folterten meist genauso brutal wie ihre männlichen Kollegen. Von 1942 bis 1944 versahen 28 Aufseherinnen Dienst im Vernichtungslager,


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