Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Stefan Petzner schätzt Elfriede Jelinek deutlich mehr als David Schalko

Seine Empörung hat sich nicht gelegt. Auch am Tag nach der Urteilsverkündung hält BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner die Argumentation des Gerichts für gefährlich, das seine Klage gegen David Schalkos Roman „Weiße Nacht“ abgewiesen hat. „Die Entscheidung der Richterin wird sich als Präzedenzfall herausstellen“, sagt Petzner, „von nun an ist es ja jedem erlaubt, in die Intimsphäre von Politikern einzudringen.“ Die Richterin begründete das Urteil mit Artikel 17a des Staatsgrundgesetzes, der die Freiheit der Kunst schützt. „Wer mich kennt“, sagt Petzner, „weiß, dass ich für die Freiheit der Künste einstehe und auch Autoren wie Elfriede Jelinek schätze. Aber Schalkos Buch ist keine Kunst, sondern reine Hetze.“ Ob er mit heutigem Wissensstand noch einmal klagen würde? „Ja, weil mein höchstpersönlicher Lebensbereich verletzt wurde.“ In einigen Jahren werde man ihm Recht geben. Petzners Anwalt will nicht so lange warten. Er legte Berufung ein.


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