Mediaforschung

Nachfragekolumne

Medien | Lukas Plank | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Warum werben Sie mit einer Arschbombe, Herr Strassner?

Ein Whirlpool im Kerzenschein, auf dem Wasser schwimmen Blütenblätter. Die Frau lässt sich aus dem Bademantel helfen, nimmt Anlauf und landet mit einer Arschbombe zielsicher in der vollen Wanne.

Frech sind auch die anderen Szenen im aktuellen Fernsehspot von dm drogerie markt. Da schminkt sich eine Frau mit Lippenstift und Co zum Clown, eine andere trinkt eine Bowle direkt aus der Schüssel bis zum letzte Tropfen aus. Es folgt ein zufriedener, kleiner Rülpser. „Wir feiern sozusagen einen fröhlichen Individualismus“, erklärt Christian Strassner, Managing Director der Agentur Young & Rubicam Vienna, die für die Kampagne verantwortlich ist.

dm beschäftige sich vor allem mit den Themen Schönheit und Gesundheit. Und diese seien sehr von gesellschaftlichen Konventionen geprägt, so Strassner. „Wenn du schön sein willst, musst du dieses tun, wenn du fit sein willst musst du jenes machen – wir sagen: Du weißt eh selber, wobei es dir gutgeht.“

Im Gegensatz zu früheren Spots wird diesmal auf die Aspekte „Familie“ und „Harmonie“ verzichtet. Im Spot kommen auch keine Regalreihen oder Sonderangebote vor. „Hier bin ich Mensch“ steht klar im Vordergrund, von „hier kauf ich ein“ ist nicht viel zu erkennen. Als am Ende der Slogan ertönt, wird das „ich“ bei „hier bin ich Mensch“ sogar extra betont. Auch damit wolle man Individualität vermitteln, erklärt Strassner. „Kümmer dich nicht um irgendwelche Regeln, sondern mach, was dir Spaß macht. Bei dm bist du so willkommen, wie du bist.“

Nicht nur die Bilder sind frecher als bei früheren Werbespots. Auch die Musik ist es. Und diese ist mittlerweile sehr beliebt geworden, stellt Strassner fest. „Es wird den Song wahrscheinlich bald auf iTunes zum downloaden geben.“


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