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Medien | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Motorolas Backflip: ein Handy, das ein bisschen andersrum ist

Prüfbericht: Thomas Vašek

Innovative Ideen können so simpel sein, dass man sich fragt, warum man nicht selbst darauf gekommen ist. Manchmal braucht man Dinge einfach nur umzudrehen. Warum muss sich eine Tastatur auf der Vorderseite eines Geräts befinden? Und was passiert, wenn der Nutzer das Touchpad gar nicht sehen kann? Solche Fragen stellten sich wohl schlaue Produktdesigner bei Motorola.

Das Ergebnis heißt Backflip und ist ein ziemlich ungewöhnliches Android-Smartphone. Auf der Vorderseite hat es einen Touchscreen, die Tastatur befindet sich auf der Rückseite. Mit einem Scharniermechanismus lässt sie sich bei Bedarf nach vorne klappen, wie bei einer Volte im Kartentrick. Der eigentliche Witz aber ist das Touchpad auf der Display-Rückseite, das nur im aufgeklappten Zustand zugänglich wird. Obwohl man es nicht sieht, kann man damit problemlos über den Bildschirm navigieren. Die Klapptastatur fungiert außerdem als Stütze für das Display, wenn man sich etwa Videos anschauen will. Das Backflip zeigt, dass Handyentwickler noch spielen können. Die Kreativität imponiert mir mehr als die hauseigene Kommunikationssoftware Motoblur, die E-Mails, SMS und Statusupdates aus sozialen Netzwerken zusammenfasst.

Es begeistert mich, wenn sich Produktdesigner praktische Dinge überlegen, statt bloß immer neue Features auf ihre Geräte zu packen. Manchmal reicht es schon, Dinge aus ungewohnten Perspektiven zu sehen. Die 5-Megapixel-Kamera etwa haben die Backflip-Entwickler einfach in die Tastatur eingebaut. Wirkt komisch, funktioniert aber. Das Backflip ist eben nur ein bisschen andersherum.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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