Friedhof der steinernen Kuscheltiere

Feuilleton | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Die Kunst im öffentlichen Raum (Kör) ist wie der Schnee in der Stadt: Zuerst erfreut, dann nervt sie

Körgesang: Matthias Dusini

Bäume, Straßen und Dächer färben sich weiß. Autos fahren im Schritttempo, die Motorengeräusche werden wie von Watte gedämpft. Hunde wedeln mit dem Schwanz, Kinder jubeln, und Erwachsene werden zu Kindern: Es schneit. Frau Holle gelingt etwas, was ein beständig wachsender Zweig der Kulturproduktion, die Kunst im öffentlichen Raum (Kör), beabsichtigt: Menschen unter freiem Himmel glücklich zu machen.

Schneegestöber

Die Stadt Wien richtete einen Fonds ein, der Kunstprojekte im öffentlichen Raum mit jährlich 800.000 Euro unterstützt, das Land Niederösterreich stellt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. An den Akademien werden Professoren für ein Genre bestellt, das früher einmal Bauplastik hieß. Karyatiden und Atlanten trugen Dächer und Balkone; nun lernen die Studierenden kritisch zu intervenieren und den Genius Loci zu recherchieren.

Für Künstler


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