Der Marshal mit den Schwefelhölzern

Feuilleton | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Martin Scorsese schickt Leonardo DiCaprio nach „Shutter Island“ und auf einen Trip durch den eigenen Kopf

Filmkritik: Michael Pekler

Do you believe in God?“, fragt der Psychiater. „Das glaube ich“, antwortet der FBI-Marshal ohne Zögern – auf Deutsch. Bei der Befreiung von Dachau knapp zehn Jahre zuvor hat er als Soldat Berge von Leichen gesehen, und die Bilder der Toten verfolgen ihn bis hierher nach Shutter Island, einer kleinen Insel vor Boston, die als Anstalt für gefährliche, psychisch kranke Straftäter dient.

Ein Hochsicherheitsgefängnis im Jahr 1954. Eine junge Kindsmörderin ist geflohen, und Detective Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) und sein neuer Partner Chuck (Mark Ruffalo) haben sich soeben mit der Fähre, der einzigen Verbindung zum Festland, übersetzen lassen. Bedrohlich ragen die Steilklippen aus dem Meer, und erste genretypische Irritationen wie abhandengekommene Zigaretten verweisen auf dräuendes Unheil.

„Prisoner“ nennt Daniels hartnäckig die Gesuchte,


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