„Ich habe die Stimme im Ohr“

Feuilleton | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Aribert Reimann über antizyklische Traditionen und den antiken Kopftuchstreit in seiner Oper „Medea“

INTERVIEW: CARSTEN FASTNER

Es ist nicht zu übersehen, der Komponist ist nervös. Aribert Reimann kommt gerade von der Bühnenprobe, wo er seine neue Oper „Medea“ zum ersten Mal mit Orchester gehört hat. Fast drei Jahre lang hat er an seiner Vertonung der Grillparzer’schen Tragödie gearbeitet; diese Woche hat das Werk an der Staatsoper Premiere. Es dirigiert Michael Boder, die Titelpartie singt Marlis Petersen, Marco Arturo Marelli führt Regie.

So eine Opernuraufführung ist immer etwas Besonderes. Aber diesmal noch mehr. Der scheidende Staatsoperndirektor Ioan Holender will seine lange, an Uraufführungen arme Amtszeit noch mit einem neuen Stück krönen. Und mit Aribert Reimann hat er den bedeutendsten Opernkomponisten Deutschlands engagiert. Kaum ein anderer Komponist unserer Zeit hat eine so starke Affinität zum Gesang.

Nun fragt sich Reimann aufgekratzt, wie das Publikum


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