Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Stromausfall: Der letzte macht das Licht aus!

Wie gut Wien nicht nur verwaltet (die alte Leier ...), sondern auch beleuchtet ist, merkt man erst, wenn die öffentlichen Lichtquellen – zumindest straßenweise – einmal nicht funktionieren. Wien ist dann stockfinster, vor allem in jenen Ecken, in denen nächtens nicht Schaufensterscheinwerfer oder Fassadenflutlicht die Straße taghell machen. So wie am Wochenende in Ottakring. Autofahrer schalten irritiert das Fernlicht an, als wären sie auf der Landstraße unterwegs, Radler mit ihren schwachen Diodenblinkern tasten sich mühsam voran und Fußgänger müssen echt aufpassen, dass sie nicht über den Haufen gefahren werden. Man sieht ja nichts! Weshalb wir ab sofort schon bei jeder ausgefallenen Straßenlampe hysterisch bei der zuständigen Magistratshotline anrufen werden. Gar nicht auszudenken, was passiert, wenn hierzustadt einmal die Müllabfuhr nicht funktionieren oder der Dreck nicht von der Straße gekehrt würde. Aufruhr und Anarchie? Nein, keine Sorge, wird eh nicht passieren. Als Letztes fällt das Licht aus.


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