Ins Mark

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 08/10 vom 24.02.2010

Donja Noormofidi leitet den Politikteil im steirischen Falter

Worauf wir verzichten können

In der Fastenzeit sollte man verzichten, auf Fleisch oder auf Tabak und Alkohol. Dabei fielen einem Dinge ein, auf die man leichter verzichten könnte, und das mit größerem Nutzen:

Zum Beispiel auf Presseaussendungen von BZÖ-Chef Gerald Grosz, die zuweilen massenhaft in den Redaktionen eintrudeln – oft unter der Gürtellinie, eigentlich immer verzichtbar. Wer will schon wissen, dass Gerald Grosz das BZÖ als „Bewegung der sauberen Hände“ sieht, das für einen „politischen Frühling in den steirischen Gemeinden“ steht? Da könnte man glatt auf den Frühling auch noch verzichten wollen.

Oder auf den Murturm, den Bürgermeister und SP-Landesgeschäftsführer Anton Vukan in Gosdorf bauen ließ. Der Aussichtsturm in Form einer Doppelhelix sollte 391.662 Euro kosten, nun will die Baufirma wegen zusätzlicher Planungen, längerer Baudauer und erhöhten Materialeinsatzes 1,5 Millionen Euro haben. Bürgermeister, die sich teure Denkmäler setzen? Absolut verzichtbar!

Und wenn wir schon dabei sind: Auch auf die leidige Bettlerdebatte könnten wir gut und gerne verzichten. Und auf einen Landeshauptmann, der das Thema vor den Wahlen aus der Mottenkiste kramt, damit nicht alle darüber reden, wie viel Steuern sich seine Partei bei der Umwandlung ihrer Stiftung in eine Forschungs-GmbH erspart haben könnte.

Doch die Parteien wollen immer mehr: „Mehr Sicherheit, mehr Kontrolle“, plakatiert die FP, „mehr Gemeinde, mehr Steiermark“ die Volkspartei. Weniger Bettlerdebatte, weniger Gemeinden, weniger Bürgermeister und weniger BZÖ – das wäre doch was! Verzicht könnte so heilsam sein.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige