Dokumentarisch und allzumenschlich

Joachim Schätz | Lexikon | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Tricky Women zeigt den Animationsfilm in seiner (nicht immer jugendfreien) Vielfalt

In den neun Jahren seines Bestehens ist das Wiener Frauenanimationsfilmfestival zum spätwinterlichen Fixpunkt im Filmterminkalender gewachsen. Zuerst in biennalem Rhythmus abgehalten, präsentiert Tricky Women seit 2007 alljährlich die enorme Spannweite des aktuellen Animationsfilms abseits von Kinogroßproduktionen und Fernsehfutter: Die Palette reicht im internationalen Wettbewerb, dem Herzstück des fünftägigen Festivals, von Videofeedback-Abstraktion („Framframer“ der Österreicherin Barbara Doser) über gewitzt verschachtelte Präzisionsarbeiten (Evelien Lohbecks Mal-dir-deinen-Laptop-Film „Notebook“) bis zum üppig ausgearbeiteten Alltagsblues eines Aquarientintenfischs (Stéphanie Lansaques „Mei Ling“).

Dem verstärkten Hang zum Dokumentarischen in der Trickfilmproduktion haben die Festivalleiterinnen Waltraud Grausgruber und Birgitt Wagner mit einer eigenen Programmschiene Rechnung

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