Performance Festival

imagetanz 2010: Motoren, Liebe und Orangentanz

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Dass im Untertitel des Festivals imagetanz neben Choreografie und Performance heuer auch Party steht, ist der Partylaune der scheidenden Kuratorin Bettina Kogler geschuldet, der sogar eine Motto-Party gewidmet wird. Natürlich geht es auch um die besondere Interaktion mit dem Publikum, die etwa ein „Club Burlesque Brutal“ unter Anleitung von Frau Professor la Rose (Katrina Daschner), eine von der bildenden Künstlerin Anna Jermolaewa initiierte Single-Party, in der sie den Orangentanz wieder aufleben lässt, oder die Abschlussperformanceparty „imarsch“ des feministischen schwedischen Kollektivs ÖFA bedingen.

Zunächst aber steht, in Kris Verdoncks szenischer Installation „Dance #2“, ein rotierender Verbrennungsmotor als Mahnmal für Umweltzerstörung im Foyer des brut im Künstlerhaus. An diesem vorbei gelangt man in die Performance „long long short long short“ von Alix Eynaudi & Agata Maszkiewicz, die sich einem der großen Themen des diesjährigen Festivals widmet: Liebe und Beziehungen. An Kaler transponiert in „Save a Horse Ride a Cowboy“ den heterosexuellen Westernhelden in queere Zwischenräume, während sich die Gruppe White Horse in „Romance“ eher dem klassischen Verliebtsein widmet.

Zoë Knights begibt sich in „Drama Queen“ auf die Suche nach wirklichen Königinnen, Julius Deutschbauer lässt Heuno (eine Mischung aus Tanzquartierchef Walter Heun und Heino) tanzen, und Alex Gottfarb lockt mit „Political Movements, Part 2“ in die brutstätte, den Proberaum des brut. Martina Ruhsam beschäftigt sich mit der Übertragung von Schrift in Bewegung, Magdalena Chowaniec fordert Mitgefühl, und François Chaignaud & Cecilia Bangolea, die sich im Vorjahr den Freuden des Anus widmeten, erheben sich diesmal zum Sternenbild „Castor und Pollux“.

brut im Künstlerhaus/Konzerthaus, 5. bis 19.3.


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