Kritik

Mauerblümchens Rache: Stephen King im Salon5

Lexikon | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

In seinem ersten Roman „Carrie“ (1974) beschreibt Stephen King das kurze Leben eines gequälten Teenagers, der sich mittels telekinetischer Fähigkeiten an seiner Mutter, einer religiösen Fanatikerin, seinen Mitschülerinnen und seiner Heimatstadt rächt. Jérôme Junod lässt den Roman von einer einzigen Darstellerin, Petra Staduan, spielen. Sie springt von Frauenfigur zu Frauenfigur, wechselt damit ständig zwischen Erzählerin, Täterin und Opfer. Lydia Hofmann bestückt den Theaterraum des Salon5 mit Installationen, die aus den Ingredienzien eines albtraumhaften Lebens bestehen. Carries erste Menstruationsblutung etwa wird vom Spott der Mitschülerinnen begleitet, die schon so viel mehr wissen als Carrie White, deren Mutter weibliche Sexualität am liebsten „wegexorzieren“ möchte. Auf Verdrängung folgt Zerstörung, wobei sich die Geschichte hier – durch die Benützung von Installationsteilen – etwas bruchstückhaft entwickelt. Am Ende fließt jedenfalls wieder Blut. BH

Salon5, Fr, Sa, So, Di 19.30


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