Kabarett Kritik

Bei Herbert Steinböck spielt’s Bonanza

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

In Herbert Steinböcks zweitem Soloprogramm „Bonanza“ bleibt einem kein Klischee erspart. Der Kabarettist wird zum Securitas-Fahrer, der immer dann in die männerdominierte Welt der Bonanza-Bastei-Heftln flüchtet, wenn es mit den Frauen schwierig wird. Und mit den Frauen wird es bekanntlich immer schwierig – vor allem mit der eigenen Ehefrau, die noch nie kapiert hat, wie man den verstopften Salzstreuer repariert. Zu Beginn des Programms liest Steinböck aus Bonanza-Heften vor, was durchaus seinen Charme haben könnte, würde nicht mittendrin sein Handy läuten und er vom Mord an seiner Frau erfahren. Denn genau da nimmt die Misere dieses Abends ihren Anfang: Die Geschichte einer gescheiterten Ehe wird aufgerollt, vom ersten Kennenlernen übers Kinderkriegen bis zur Affäre mit Romana oder Ramona – wen interessiert das schon, Hauptsache, sie ist 23 und rasiert. Kein Bonanza-Heft ist so peinlich wie dieser Abend.

Kulisse, Mo, Di 20.00; Kabarett Niedermair, Mi, Do 19.30


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