Neu im Kino

Clooney & Co: „Männer, die auf Ziegen starren“

Lexikon | Barbara Schweizerhof | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Man stelle sich eine Welt vor, in der niemand mehr die „Star Wars“-Trilogien kennt, zumindest nicht „Episode 1–3“, eine Welt, die vergessen hat, dass George Clooney einst als hundeäugiger Kinderarzt die Herzen von Fernsehzuschauerinnen brach oder dass das Lieblingsgetränk des „Dude“ ein White Russian ist. Manchen mag das wie Wunschdenken erscheinen, anderen als eine Art Apokalypse, in jedem Fall aber würde in jener Welt „Männer, die auf Ziegen starren“ als spannender Thriller durchgehen, der mit den Methoden des Absurden die Tiefen der männliche Psyche und ihre Vorliebe für Machtspielchen und Militärkleidung ausleuchtet.

Da im Hier und Jetzt aber die meisten wissen, dass sie zu lachen haben, wenn Ewan McGregor auf der Leinwand so tut, als habe er noch nie von Jedi-Rittern gehört, gilt der Film als Komödie. Und das obwohl er auf einem gleichnamigen Sachbuch beruht, allerdings einem ziemlich lustigen, wie es heißt. Der britische Journalist Jon Ronson befasst sich darin mit Plänen der US-Armee, „paranormale“ Kräfte im Soldatentraining einzusetzen.

Im Film nun verkörpert McGregor einen US-Journalisten, der sich aus Ungeschick in Kuweit wiederfindet, wo er einem früheren Armeeprogramm auf die Spur kommt, das Soldaten beibringen sollte, mit Blicken Ziegen zu töten. Lyn Cassady, gespielt von Clooney, soll es einmal gelungen sein. Während die beiden versuchen, sich in den Irak-Krieg einzumischen, zeigt der Film in Rückblenden lustige Momente aus dem Lagerleben der „New Earth Army“, in dem Jeff Bridges mit blondem Langhaarzopf den Yoga und indianische Weisheiten predigenden Nam-Veteranen gibt. Anhänger von Militärsatiren oder „Big Lebowski“ werden sich amüsieren. Andere brauchen wohl erst ein paar White Russians.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv, OF im Haydn und Artis)


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