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Menschen hinter Inseraten

Lexikon | Julia Hold | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Wien ist mehr als Theater

Markus Roser sucht Helfer zur televisualen Volksaufklärung

Wenn Wien im Fernsehen thematisiert wird, dann geht es, so scheint es, um immergleiche Aspekte: historische Monumente, Burgtheater, Staatsoper. Und die Mehrheit der Städte, so scheint es ebenfalls, sieht in Wien vor allem Kriminalitätsstatistiken und Zuwanderungsquoten, die präferiert in direktem Zusammenhang zueinander gesehen werden.

Das will Markus Roser ändern. Auf dem freiem Kanal Okto plant er ein Fernsehformat, in dem die urbane und jugendliche Seite Wiens präsentiert werden soll. Sein Konzept sieht vor, dass pro Folge zwei Wiener ihren Bezirk vorstellen und damit Wien fernab von Ringstraße und Stephansdom zeigen. Vorbilder sind etablierte Arte-Sendungen wie „Durch die Nacht mit ...“ und „Tracks“.

„Mir ist der Querschnitt durch alle sozialen und kulturellen Schichten wichtig“, erklärt Markus. Er wirkt aufgeweckt und politisch interessiert. „Arbeiterkinder in Favoriten sollen ebenso eine Plattform bekommen wie die Bobos im Achten.“

Initialzündung für diese Idee gab es keine, viel mehr war es die Sympathie zur Stadt, die ihn auf den Gedanken brachte, eine Fernsehsendung zu machen. „Vor allem das Medienbild, das von Bürgern mit Migrationshintergrund gezeichnet wird, ärgert mich. Ich will zeigen, dass die Wiener trotz ihrer Unterschiede zusammengehören und sich nicht von irgendwelchen Rechtspopulisten auseinanderdividieren lassen.“

Das technische Grundwissen, um solch eine Sendung auf die Beine zu stellen, hat sich der 24-Jährige auf diversen Workshops angeeignet, die von Okto angeboten werden. Der freie Fernsehkanal sendet schon mehr als vier Jahre, die Inhalte werden größtenteils von Laien gestaltet.

Rosers Sendung trägt den Arbeitstitel „Wien ist …“. Sie soll noch 2010 ausgestrahlt werden.

Die Kleinanzeige Videoaffine, junge Leute für Mitarbeit (Kamera, Ton, Schnitt) an geplantem Okto-Fernsehformat gesucht. Interesse? Dann Mail an: Markus.Roser@gmx.at


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