Seinesgleichen geschieht

Eine mutige Mutter und eine aufregende Kraftprobe: Wir wählen den Präsidenten

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Alle sechs Jahre wieder müssen wir über den Bundespräsidenten reden. Nicht, weil Heinz Fischer etwas falsch gemacht hätte, sondern weil das Amt des Bundespräsidenten (kann auch das einer Präsidentin sein) erneut zur Wahl steht. Man mag über das Amt denken, was man will – ja, so würden viele einen solchen Text beginnen. Es ist wohlfeil, um nicht zu sagen billig, das Amt als österreichisches Repräsentationsbrimborium zu schmähen. Die Rohrspatzen unserer Kommentatorenszene lassen die Gelegenheit nicht vorüberziehen.

Andererseits will dieses merkwürdige Gebilde namens Österreich regiert werden, und da bedarf es eines satten Schusses Repräsentativität. Wer sollte für die sorgen, wenn nicht der Bundespräsident? Im wunderbaren Film „The Queen“ bemerkt Cherie Blair verächtlich zu ihrem Ehemann Tony, alle sozialdemokratischen Premierminister hätten sich früher oder später in die Queen verliebt. Wieso sollte die Östreicherundstreichinnen mit ihrem gewaltigen Kaiser-Phantomschmerz


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