Die brüchige Kunst des Tabubrechens

Falter & Meinung | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Moser, Petzner und die „Sexession“: wie Künstler das Genre Skandal von den Rechten zurückerobern

Kommentar: Matthias Dusini

Die Kulturberichte der Zeitungen klingen derzeit ziemlich reißerisch: Da reportiert die Tageszeitung Österreich den Prozess gegen den Autor David Schalko, der in der Erzählung „Weiße Nacht“ das homoerotische Verhältnis Jörg Haiders zu dem Nachwuchspolitiker Stefan Petzner in anonymisierter Form verarbeitete.

Der Kurier beschreibt das „Kopulieren mit Kitsch und Kunst“ in der „Sexession“. Schließlich wurde die Frage diskutiert, ob Hans Moser ein Nazi war, brachte der Schriftsteller Franzobel doch im Theater in der Josefstadt die Figur des beliebten Volksschauspielers gemeinsam mit Adolf Hitler auf die Bühne.

Die Skandalthemen Sex und Nazi sicherten den Werken die Aufmerksamkeit außerhalb der Kulturseiten. Würde die Religion derzeit nicht von Mitgliedern der katholischen Kirche, sondern von Künstlern beschmutzt, wäre deren umgehende Inhaftierung


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