„Wie die Pest“

Politik | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Ein Landespolitiker kämpft gegen die wachsende Spielsucht. Sie zerfrisst Dörfer und lässt die Behörden kalt

Bericht: Florian Klenk

Es sind Dramen, die Thomas Huber in den letzten Wochen beobachtet hat. In Horn lief die Mutter eines Spielers in das örtliche Admiral-Casino und brach in einen Heulkrampf aus. Der Sohn verspielte wieder das Geld der Familie. In St. Pölten brüllte die Frau eines Arbeiters ihren Ehemann vor dem Automatencasino an. Auch er hatte seine Familie in neue Schulden gestürzt. Oder diese Szene: Da steht ein türkischer Fernfahrer vor einem Spielautomaten und steckt in fünf Minuten 50 Euro in den Schlitz. Es tanzen virtuelle Teufelchen – und fressen seinen Tageslohn.

Horn, St. Pölten, Wiener Neustadt, Scheibbs, Tribuswinkel, Korneuburg, Bruck an der Leitha, Wiener Neudorf oder Traisen: Überall beobachtete Huber das gleiche Spiel. Jugendliche, Arbeiter, Arbeitslose und Ausländer verspielten an den Automaten des Milliardenkonzerns Novomatic in kurzer Zeit ein kleines


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