Wieder gelesen

Bücher, entstaubt

Politik | Richard Wimmer | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Über die Euphorie vor dem Crash

Warum stürzen sich so viele stets aufs Neue in aberwitzige Spekulationen und damit in den Ruin? Ist den oft biederen Zockern gar nicht bewusst, dass Euphorie alle guten Sinne schwächt? Mit viel Witz und für jeden verständlich ging der bekannte, im Jahr 2006 verstorbene Ökonom John Kenneth Galbraith diesen Fragen 1994 auf den Grund. In seiner kurzen Geschichte der Spekulation, die nun auf Deutsch erschienen ist, blendet er zurück und untersucht die Gemeinsamkeiten der Spekulationsmanie – ob bei Tulpen in Holland, Gold in Louisiana, Immobilien in Florida oder beim Oktobercrash von 1929. Immer wieder lassen sich Menschen von scheinbar neuen Ideen und Finanzgurus einlullen und sitzen dabei nur einer trügerischen Mode auf. „Die Spekulation endet nie verhalten, sondern immer mit einem lauten Knall.“

J.K. Galbraith: Eine kurze Geschichte der Spekulation. Eichborn, 2010, 122 S., € 15,40


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