Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Blut, Fett und Tränen – die Schönheits-OP im Fernsehen zieht immer. Diverse deutsche Privatsender beliefern uns mit Bildern von schlaffen Busen, schwabbeligen Hintern und höckrigen Nasen, die vor der Kamera schöngemacht werden. Jetzt bringt ATV eine Variante, die sich von den üblichen Busenaufpumpsendungen abhebt. „Ein Leben für die Schönheit“ (Mi, 20.15 Uhr) zeigt nicht nur die Voyeurismus-Geschichten, also die komplexgeplagte Frau mit der Fettschürze, die sich ihrem Mann seit Jahren nicht mehr ohne Oberteil zeigen kann, aber jetzt nackt vor dem Chirurgen zittert und ihren Körper präsentiert. Das Format gibt auch einen Einblick in den Alltag der Ärzte, die jeden Tag Menschen formen. Sie verstehen sich gerne als Künstler, sind in der Praxis dann aber doch Schönheitsarbeiter auf einem umkämpften Markt. Ein harter Job, umgeben von Nöten, Oberflächlichkeit und Einsamkeit. „Für Freunde hab ich keine Zeit“, sagt der Arzt Artur Worseg und schaut traurig. Ich muss gleich weinen.


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