Grandiose Grimassen zum Gesang der Leguane

Feuilleton | aus FALTER 09/10 vom 03.03.2010

Werner Herzogs „Bad Lieutenant“ ist weniger Remake als ebenso freie wie lässige Neuverfilmung der bekannten Geschichte

Filmkritik: Joachim Schätz

Mit dem Alter kommen die Ehrungen, weise wird man davon glücklicherweise nicht so schnell: Obsessionsfilmer Werner Herzog („Fitzcarraldo“, „Stroszek“), der soeben über die Wettbewerbsjury der Berlinale präsidierte, pflegt seine thematischen Steckenpferde (die Suche nach dem Erhabenen, die Gleichgültigkeit der Natur, die Hinfälligkeit von Zivilisation) spätestens seit „Lebenszeichen“ (1968) beharrlich.

Die nietzscheanische Kraftmeier-Pose des Extremtouristen und Klaus-Kinski-Dompteurs, die vor allem an Herzogs Spielfilmen bisweilen nervt, ist aber in der Zwischenzeit einem gelasseneren Tonfall gewichen, dem nicht gleich jede Versponnenheit zur existentiellen Einsicht gerinnt. Weshalb die Herzog’schen Marotten nun erst recht ihr filmisches Eigenleuchten entfalten.

Damit wären wir auch schon bei den schlagersingenden Leguanen,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige